[Friedrich Schiller Universität]
Jena. „Das exemplarische Leben eines kommunistischen Widerstandskämpfers, eines gefeierten Literaten und gewieften Politikers“ – unter diesem Titel stellt Dr. Franziska Augstein am Mittwoch, dem 22. April 2009, um 18.15 Uhr ihr Buch „Von Treue und Verrat. Jorge Semprún und sein Jahrhundert“ im Zeitgeschichtlichen Kolloquium der Universität Jena vor (Rosensäle, großer Sitzungssaal, Fürstengraben 27).
Die Journalistin Franziska Augstein ist promovierte Historikerin. Sie studierte Geschichte, Politik und Philosophie und verfasste ihre Dissertation (nach akademischen Stationen in Berlin, Bielefeld und Brighton) 1996 am University College in London über Leben und Werk eines Vordenkers der Rassentheorie: „James Cowles Prichard‘s Anthropology. Remaking the Science of Man in Early Nineteenth- Century Britain” (Amsterdam 1999). Ende der achtziger Jahre arbeitete Franziska Augstein zunächst als Redakteurin bei der „Zeit“. Von 1997 an war sie für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ tätig, zunächst im Feuilleton, später als Kulturkorrespondentin in Berlin. Seit 2001 schreibt sie für das Feuilleton der „Süddeutschen Zeitung“. Für ihre essayistische Annäherung an Martin Walser erhielt sie 2000 den Theodor-Wolff-Preis.
„Von Treue und Verrat. Jorge Semprún und sein Jahrhundert“ (C.H. Beck, München 2008) ist ein beeindruckendes Porträt des spanischen Schriftstellers, mit dem Franziska Augstein über mehrere Jahre lang zahlreiche Gespräche führte. Semprún (Jahrgang 1923), der heute in Paris lebt, floh zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs nach Frankreich, wurde dort als Mitglied der Résistance festgenommen und im KZ Buchenwald eingesperrt. In Francos Spanien galt er in den fünfziger Jahren als führender Funktionär der illegalen Kommunistischen Partei und wurde von der Polizei gesucht. Nach seinem Ausschluss aus der KP 1964 machte Semprún sich als Schriftsteller und Drehbuchautor einen Namen; 1994 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Die Buchvorstellung findet in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen statt.
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