[Friedrich Schiller Universität]
Jena. Die Jahrestagung des Arbeitskreises für Historische Religionspädagogik, die vom 23. bis 25. März 2009 im Zinzendorfhaus in Neudietendorf stattfindet, beschäftigt sich mit dem historischen und gegenwärtigen Verhältnis von Religions- und Reformpädagogik.
Die Reformpädagogik gilt als eine wichtige Epoche in der Geschichte christlicher Erziehung und Bildung. Wenig erforscht sind bislang die engen Zusammenhänge von Kultur und Religion, Pädagogik und Theologie, Schule und Kirche im Kontext der vielfältigen Modernisierungsprozesse im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Der Arbeitskreis für historische Religionspädagogik beschäftigt sich daher auf seiner diesjährigen Jahrestagung mit diesem Thema. Das Ziel der Tagung besteht darin, historische und systematische Fragestellungen aufeinander zu beziehen, um weiterführende Konsequenzen für die heutige Theorie und Praxis des Religionsunterrichts formulieren zu können.
Prof. Dr. Michael Wermke, Religionspädagoge an der Universität Jena und Sprecher des Arbeitskreises, freut sich über die hohe Beteiligung: „Uns ist es gelungen, ein spannendes Tagungsprogramm mit renommierten Wissenschaftlern aus dem In- und Ausland zusammenzustellen.“ So kommen Referenten und Tagungsgäste aus der Schweiz, Österreich und Japan nach Neudietendorf gereist. Die Vortragsthemen spannen einen weiten Horizont: Von den reformpädagogischen Ansätzen bei den Philanthropen und der jüdischen Aufklärungsbewegung im Übergang zum 19. Jahrhundert, der Rezeption der Reformpädagogik in der evangelischen und katholischen Religionspädagogik im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts bis zu heutigen reformpädagogischen Konzepten. Wichtig ist es hierbei den Veranstaltern, dass nicht nur die Theoriegeschichte aufgearbeitet wird, sondern auch die in Schule und Religionsunterricht geübte reformpädagogische Praxis in den wissenschaftlichen Blick genommen wird. „Die Verbindung zwischen wissenschaftlicher Theorie und unterrichtlicher Praxis ist sicher ein Grund, warum sich für diese Tagung auch viele Religionslehrkräfte interessieren“, erläutert Prof. Wermke.
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