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Stabkirchen Norwegens - Ausstellung an der Fachhochschule Jena

[Fachhochschule]

Die 45. Ausstellung der Galerie im Fachbereich Elektrotechnik/Informationstechnik der FH Jena führt die Besucher nach Norwegen, auf eine Reise durch Landschaft und Geschichte des skandinavischen Landes. Unter dem Titel ‘Stabkirchen Norwegens’ sind die Fotos von Prof. Dr. Karl-Dietrich Morgeneier ab 22. März im Haus 5 der Fachhochschule Jena zu sehen. Karl-Dietrich Morgeneier ist Professor für Steuerungs- und Regelungstechnik am Fachbereich ET/IT der FH Jena. Der Hobbysportler ist auch an Technik- und Naturgeschichte interessiert und verbindet seine Reisen häufig mit entsprechenden historischen “Ausflügen”. Die Ausstellungsfotos entstanden während einer Reise im Jahr 2008, die ihn durch den Süden Norwegens und entlang des Atlantiks bis zu den Vesterålen ins Nordland führte.

Die norwegischen Stabkirchen wurden im Zuge der Christianisierung errichtet, die um das Jahr 1000 in Norwegen begann. Wie in vielen Regionen Europas erfolgte dies gegen den Widerstand eines großen Teils des Volkes, das weiterhin an seine nordischen Götter glaubte. Die Wikinger-Stämme, die nicht den christlichen Glauben annahmen, siedelten vorwiegend nach Island und Grönland, teilweise bis nach Nordamerika sowie auch nach Irland und England um.

Bis zum Beginn der Reformation wurden etwa 2.000 der Stabkirchen in fast allen Landesteilen Norwegens errichtet. Holz, insbesondere Kiefernholz war ein reichlich vorhandener Baustoff. Die Stabbauweise war durch den Bootsbau der Wikinger bekannt. Beim Bau der Stabkirchen flossen deshalb einerseits Traditionen der Holzbauweise Skandinaviens und andererseits Impulse der europäischen Kirchenarchitektur ein. So ist beispielsweise der Zusammenhang zwischen den dreischiffigen norwegischen Stabkirchen und den romanischen Steinbasilikas zu erwähnen.

Heute sind keine der Stabkirchen der „ersten“ Generation mehr erhalten. Bei diesen waren die stehenden Pfosten im Boden verankert, wo sie zu faulen begannen. Man nimmt an, dass die Lebensdauer eines solchen Bauwerks nicht mehr als 100 Jahre betragen hat. Die noch heute existierenden Stabkirchen stammen vorwiegend aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Sie sind mit wenigen Umbauten (durch die Reformation, Restaurierungen, ect.) noch gut erhalten und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Unterschied zur ersten Generation wurden sie auf einem steinernen Sockel errichtet.

Die älteste der heute noch erhaltenen Stabkirchen ist die von Urnes (Bauzeit 1129-1130). Die reichlich dekorierten Wandplatten dokumentieren die Mythologie der Wikinger und deren außerordentliche Fertigkeiten in der Holzschnitzkunst. Die größte der norwegischen Stabkirchen befindet sich in Heddal (Provinz Telemark); sie gehört zum Borgund-Typ mit angehobenem Mittelraum. Von der ursprünglichen Ausstattung der Stabkirchen ist bis heute nur noch relativ wenig erhalten. Das meiste Inventar fiel der Reformation zum Opfer. Mit Bewunderung und Demut stehen wir heute vor den Spuren der mehr als 800-jährigen Geschichte.


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | 18. März 2009, 14:09




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