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Arbeitslosigkeit nur geringfügig angestiegen

[Agentur für Arbeit]

Das Arbeitsmarktgeschehen im Überblick
Mit der statistischen Zählung zur Monatsmitte wurden 20.509 Menschen ohne Job ermittelt. Dies waren 132 Betroffene oder 0,6 Prozent mehr als im Februar und 432 oder 2,1 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Damit wurde noch einmal in Folge der niedrigste Arbeitslosen-stand in einem März seit 1992 erreicht! „Die Arbeitsmarktentwicklung im ersten Quartal 2009 verdeutlicht die Auswirkungen des Konjunktureinbruches. Wenn sich der Trend fortsetzt, wird im zweiten Quartal die Arbeitslosigkeit das Vorjahresniveau übersteigen. Die Größenordnung wird aber vom Umfang der saisonalen Belebung nach der Winterpause abhängen.“ So die Einschätzung von Dr. Ulrich Gawellek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Jena

Die Arbeitslosequote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte. Mit aktuell 11,1 Prozenten verzeichnete die Agentur
Jena nach Suhl die niedrigste Arbeitslosenquote im Freistaat Thüringen und lag damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 12,7 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Jenaer Quote noch 11,3 Prozent.
Betrachtet man die Arbeitslosenzahlen jeweils im Berichtsmonat März über die letzten Jahre, so setzte sich der kontinuierliche Rückgang seit 2005 auch im aktuellen Monat fort. Allerdings ist der Vorjahresabstand nur noch sehr gering.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigte sich im Vergleich zum letzten Monat nahezu unverändert. Im Verlaufe des Berichtsmonats gaben Arbeitgeber der Region 597 ungeförderte Stellenangebote (ohne optierende Kommune) auf. Gegenüber März 2008 waren dies 109 oder 15,4 Prozent weniger. Die meisten Offerten kamen dabei von Zeitarbeitsfirmen sowie aus den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Gesundheits- und Sozialwesen. Nach wie vor besteht Bedarf an Fachkräften, die teilweise nicht entsprechend den Anforderungen zur Verfügung stehen.

Betrachtung ausgewählter Personengruppen
Bei der geschlechtsspezifischen Betrachtung im Vergleich mit dem Vormonat konzentrierte sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit ausschließlich bei den Männern (+180 oder +1,6 Prozent). Mit 11.483 waren im Berichtsmonat 56 Prozent aller Arbeitslosen männlich, was immer noch auf saisonale Gründe zurückzuführen ist. Dagegen ging die Zahl der arbeitslosen Frauen auf 9.026 zurück (-48 oder -0,5 Prozent).
Jeder zehnte Arbeitlose gehörte zu den Jüngeren unter 25 Jahren. Im Vergleich zum Vorjahr wurden mit aktuell 2.142 Personen dieser Altersgruppe 61 oder 2,8 Prozent weniger registriert, aber 86 mehr als noch im Februar. Ursache hierfür ist die Arbeitslosmeldung nach Beendigung der Ausbildungsverhältnisse mit einer Ausbildungsdauer von 3,5 Jahren und das Auslaufen befristeter Verträge.
Ein wesentlicher Grund für den seit einem Jahr kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 55 Jahren ist der Wegfall der Bezugsmöglichkeiten von Arbeitslosengeld unter erleichterten Bedingungen (§428 SGB III). Mitte März waren 3.680 Personen dieser Altersgruppe arbeitslos, 72 oder 2 Prozent mehr als im Monat zuvor und 738 oder 25,1 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Nach Regionen und Rechtskreisen
Die Hauptagentur Jena konnte im Vergleich zum Vormonat einen Rückgang (-1,3 Prozent) der Arbeitslosigkeit melden, jedoch stiegen die Zahlen in allen anderen Geschäftsstellen des Arbeitsagenturbezirkes – allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Während in den Regionen Pößneck (+0,1 Prozent) und Eisenberg (+0,3 Prozent) der Zuwachs unbedeutend war, registrierte die Geschäftsstelle Saalfeld 3,4 Prozent mehr Menschen ohne Job.
Im Vorjahresvergleich wurde in einigen Geschäftsstellen der Agentur erstmals wieder ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit verzeichnet. Davon betroffen waren Stadtroda (+4,9 Prozent), Eisenberg (+4,2 Prozent) und Saalfeld (+1,7 Prozent).
Die Hauptagentur Jena konnte die Arbeitslosenquote mit 9,4 Prozent im einstelligen Bereich halten und zum Februar um 0,1 Prozentpunkte senken. Mit jetzt 13,0 Prozent fiel die Quote für die Geschäftsstelle Pößneck erneut am höchsten aus.
Bestand an Arbeitslosen nach Regionen – März 2009

2) vom Saale-Orla-Kreis zählt nur die Geschäftsstelle Pößneck zum Arbeitsagenturbezirk Jena

Bei der Betrachtung nach politischen Kreisen verbuchte der Saale-Orla-Kreis im Vergleich zum letzten Monat mit 4,5 Prozent den deutlichsten Anstieg.
Die günstigste Arbeitslosenquote wurde mit 9,2 Prozent wiederum für die Stadt Jena ermittelt.

Verglichen mit dem Vormonat war die Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III rückläufig.
Hier waren zur Monatsmitte 8.764 Erwerbslose und somit 61 oder 0,7 Prozent weniger als vor vier Wochen registriert.
Verglichen mit dem Vorjahresmonat stieg die Anzahl der Erwerbslosen um 621, das entspricht 7,6 Prozent.

Im Rechtskreis SGB II ist im Vergleich zum letzten Monat ein Anstieg zu verbuchen. Mitte März waren 11.745 Erwerbslose gemeldet, dass sind somit 193 oder 1,7 Prozent mehr als noch im Februar. Gegenüber dem Vorjahr sank die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen um 1.053 Personen (-8,2 Prozent).
Die ARGEn bzw. die Optionskommune Jena tragen für 57,3 Prozent aller Arbeitslosen die Verantwortung.
Vorjahresabstände im SGB II-Bereich bei der Arbeitslosenzahl – in %

Kurzarbeit
In den fünf Monaten Oktober 2008 bis Februar 2009 gingen bei der Agentur Jena Kurzarbeitsanzeigen von 229 Betrieben für rund 5.500 Personen ein. Wie viele davon im Februar tatsächlich kurzgearbeitet haben, ist noch unbekannt. Im Dezember 2008 waren es in 42 Betrieben rund 800 Personen, die aus konjunkturellen Gründen kurzgearbeitet haben.
Nach ersten Erkenntnissen verliefen die Anzeigen für Kurzarbeit auch im März 2009 auf hohem Niveau. Bis zum 26. März (also an den ersten 19 von insgesamt 22 Arbeitstagen) wurden 132 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst, mit rund 2.300 Personen. Die Statistikzahlen zu den Anzeigen im März werden am 6. April veröffentlicht. Wie hoch die Inanspruchnahme der Kurzarbeit tatsächlich ist, wird sich aber erst in den nächsten Monaten zeigen. Nach den gegenwärtigen Regelungen erstatten Betriebe jeweils nach Ablauf eines Quartals Meldungen über die realisierte Kurzarbeit in den abgelaufenen drei Monaten. Etwa 8 Wochen nach Ablauf des Quartals ist dann die Statistik über Kurzarbeit für die drei Berichtsmonate verfügbar.


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | 31. März 2009, 11:41




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