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Jenaer Sepsisexperte erhält Thüringer Forschungspreis

[Universitätsklinikum]

Der Sepsisspezialist Prof. Dr. Konrad Reinhart, Direktor der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin am Universitätsklinikum Jena, erhält den Thüringer Forschungspreis 2008 im Bereich „Angewandte Forschung“. Damit würdigt die Jury seine Erfolge in der Sepsisforschung, die zu entscheidenden Verbesserun-gen in der Diagnose und Behandlung dieser aggressivsten Form einer Infektion geführt haben.

In Deutschland erkranken jährlich circa 150.000 Menschen an Sepsis, die Hälfte stirbt an der Krankheit. Allein die direkten Behandlungskosten der Sepsis werden auf etwa 1,8 Milliarden Euro geschätzt. „Um dieser oft unterschätzten und schwer diagnostizierbaren Erkrankung den Schrecken zu nehmen, müssen wir sie schnell und sicher erkennen. Und wir brauchen neue Therapeutika und Behandlungskonzepte sowohl für die Akutphase als auch die Nachversorgung“, so beschreibt Professor Reinhart die Aufgabe, der er sich mit seinen Mitarbeitern und Forschungspartnern stellt.
Seit 2002 koordiniert er das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz Sepsis, dessen wesentliches Ziel die Erarbeitung und Umsetzung von Leitlinien zur Diagnose und Therapie der Sepsis im klinischen Alltag sind. So brachte eine von Prof. Dr. Konrad Reinhart und Dr. Frank Brunkhorst geführte Studie des Kompetenznetzes neue Erkenntnisse zum Flüssigkeitsersatz und der Therapie hoher Blutzuckerwerte während der Sepsis.
Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Hans-Knöll-Instituts und des Instituts für Medizinische Mikrobiologie baut der Intensivmediziner Reinhart gegenwärtig in Jena das Sepsisforschungszentrum „Septomics“ auf. Das vom BMBF und mit Landesmitteln unterstützte Zentrum will die Grundlagenforschung zu den molekularen Mechanismen des Krankheitsverlaufes mit der patientenorientierten klinischen Forschung kombinieren. In Jena ist ein Sepsis-Cluster entstanden, dem auch innovative Biotechnologie-Unternehmen angehören. Weitere Projekte sind geplant.
„Professor Reinhart hat Jena zu einem international anerkannten Zentrum der Sepsisforschung gemacht und damit wesentlich zur Profilbildung der Medizinischen Fakultät Jena beigetragen“, betont Prof. Dr. Klaus Benndorf, Dekan und Wissenschaftlicher Vorstand des Universitätsklinikums.
Der mit 17.500 Euro dotierte Preis wird zusammen mit dem Preis für Grundlagenforschung und den Transferpreisen von Thüringens Kultusminister Bernward Müller am 12. Februar in Weimar überreicht.


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | 10. Februar 2009, 00:02




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