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Der Arbeitsmarkt im Februar 2009

[Agentur für Arbeit]

Arbeitsmarkt nach Bereichen

Das Arbeitsmarktgeschehen im Überblick
Grundsätzlich nicht unüblich für einen Februar hat sich die Arbeitslosigkeit im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Jena im Berichtsmonat erhöht. 20.377 Menschen ohne Job wurden mit der statistischen Zählung zur Monatsmitte ermittelt. Dies waren 492 Betroffene oder 2,5 Prozent mehr als im Januar und 1.195 oder 5,5 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Damit wurde noch einmal in Folge der niedrigste Arbeitlosenstand in einem Februar seit 1991 erreicht!
Auf Grund des anhaltenden Winters ist davon auszugehen, dass saisonale Faktoren in diesem Monat die Arbeitsmarktentwicklung noch erheblich beeinflussten. Indiz dafür waren weitere Entlassungen in den witterungsabhängigen Bereichen und nur vereinzelt wurden bisher vor der Winterpause entlassene Arbeitnehmer zurück gerufen.
„Konjunkturelle Entwicklungen schlagen sich in der Regel erst mit einer gewissen Zeitverzögerung in den Arbeitslosenzahlen nieder. Wir hoffen sehr, dass das Instrument Kurzarbeit und die Qualifizierung während Kurzarbeit für viele Unternehmen und deren Mitarbeiter eine echte Alternative darstellt, auf die konjunkturelle Entwicklung flexibel reagieren zu können. Die große Resonanz auf das Informationsangebot der Arbeitsagentur zur Thematik Kurzarbeit und Qualifizierung lässt die Vermutung zu, dass sich Entlassungen aus wirtschaftlichen Gründen in den nächsten Wochen und Monaten noch in Grenzen halten.“ So die Einschätzung von Alexander Kötschau, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur Jena

Die Arbeitslosequote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozentpunkte. Mit aktuell 11,0 Prozent verzeichnete die Agentur
Jena nach Suhl die niedrigste Arbeitslosenquote im Freistaat Thüringen und lag damit deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 12,6 Prozent. Vor einem Jahr betrug die Quote noch 11,6 Prozent.
Betrachtet man die Arbeitslosenzahlen jeweils im Berichtsmonat Februar über die letzten Jahre, so setzte sich der kontinuierliche Rückgang seit 2005 auch im aktuellen Monat fort. Allerdings fällt der Abstand deutlich geringer aus als in den Vorjahren.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften zeigte gegenüber den drei zurückliegenden Monaten wieder steigende Tendenz. Im Verlaufe des Berichtsmonats gaben Arbeitgeber der Region 599 ungeförderte Stellenangebote (ohne optierende Kommune) auf. Gegenüber dem Januar waren dies 115 oder fast ein Viertel mehr, verglichen mit dem Vorjahresmonat 154 oder 20,5 Prozent weniger. Die meisten Offerten kamen dabei von Zeitarbeitsfirmen sowie aus den Bereichen Handel, Gastgewerbe und Gesundheits- und Sozialwesen. Nach wie vor besteht insbesondere Bedarf an Fachkräften, die teilweise nicht entsprechend der Anforderungen zur Verfügung stehen.

Betrachtung ausgewählter Personengruppen
Bei der geschlechtsspezifischen Betrachtung konzentrierte sich die Zunahme der Arbeitslosigkeit ausschließlich bei den Männern (+513 oder +4,8 Prozent). Mit 11.303 waren im Berichtsmonat 55,5 Prozent aller Arbeitslosen männlich. Dagegen ging die Zahl der arbeitslosen Frauen leicht auf 9.074 zurück (-21 oder -0,2 Prozent).
Zum Vorjahr wurden 117 oder 5,4 Prozent arbeitslose Jüngere unter 25 Jahre weniger registriert. Mit 2.056 gehörte damit noch jeder zehnte Arbeitlose zu den Jüngeren unter 25 Jahren. Vom Anstieg zum Vormonat um 99 war nur die Altersgruppe der 20- bis unter 25jährigen betroffen.
Ein wesentlicher Grund für den seit einigen Monaten kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 55 Jahren ist der Wegfall der Bezugsmöglichkeiten von Arbeitslosengeld unter erleichterten Bedingungen (§428 SGB III). Mitte Februar waren 3.608 Personen dieser Altersgruppe arbeitslos, 154 oder 4,5 Prozent mehr als im Januar und 634 oder 21,3 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Nach Regionen und Rechtskreisen
Am Anstieg der Arbeitslosigkeit zum Vormonat waren alle Geschäftsstellen des Arbeitsagenturbezirkes – allerdings in unterschiedlichem Ausmaß – beteiligt. Während in den Regionen Rudolstadt (+0,5 Prozent) und Stadtroda (+0,9 Prozent) der Zuwachs unter einem Prozent blieb, registrierte die Geschäftsstelle Eisenberg 5,1 Prozent mehr Menschen ohne Job.
Im Vorjahresvergleich blieben alle Geschäftsstellen unter dem Niveau des Februar 2008. Den deutlichsten Abstand erreichte die Geschäftsstelle Rudolstadt mit -11,9 Prozent. Eisenberg und Stadtroda unterboten den Vorjahreswert noch um 1,2 Prozent.
Die Hauptagentur Jena konnte die Arbeitslosenquote mit 9,5 Prozent im einstelligen Bereich halten. Mit jetzt 13,0 Prozent fiel die Quote für die Geschäftsstelle Pößneck erneut am höchsten aus.
Bestand an Arbeitslosen nach Regionen – Februar 2009

Bei der Betrachtung nach politischen Kreise verbuchte der Saale-Orla-Kreis im Vergleich zum Vormonat mit 4,1 Prozent den deutlichsten Anstieg. Im Gegensatz zu den anderen Regionen wurde hier bereits der Vorjahreswert der Arbeitslosigkeit übertroffen.
Die günstigste Arbeitslosenquote wurde mit 9,2 Prozent wiederum für die Stadt Jena ermittelt.

Verglichen mit dem Vormonat hat die Arbeitslosigkeit in beiden Rechtskreisen zugenommen, zum Vorjahr verlief die Entwicklung jedoch unterschiedlich.
Im Rechtskreis des SGB III waren zur Monatsmitte 8.825 Erwerbslose und somit 132 oder 1,5 Prozent mehr als vor vier Wochen registriert. Bereits in den letzten beiden Monaten deutete sich bezüglich des Vorjahresvergleiches in dem arbeitsmarktsensibleren Rechts-kreis SGB III eine Trendwende an. Nachdem über 3 Jahre die SGB III-Arbeitslosenzahlen unter denen des entsprechenden Vorjahresmonats gehalten werden konnten, ergab sich für den aktuellen Monat erstmals ein Plus von 306 Betroffenen oder 3,6 Prozent.
Vorjahresabstände im SGB III-Bereich bei der Arbeitslosenzahl – in %

Auf den SGB II-Bereich entfielen drei Viertel des Bestandszuwachses. Um 360 oder 3,2 Prozent erhöhte sich die Arbeitslosenzahl auf nunmehr 11.552. Damit hat sich der Vorjahresabstand weiter verringert auf -1.501 oder -11,5 Prozent.
Vorjahresabstände im SGB II-Bereich bei der Arbeitslosenzahl – in %

Kurzarbeit
In den vier Monaten Oktober 2008 bis Januar 2009 gingen bei der Agentur Jena Kurzarbeitsanzeigen von 140 Betrieben für rund 3.000 Personen ein. Wie viele davon im Januar tatsächlich kurzgearbeitet haben, ist noch unbekannt. Im Dezember 2008 waren es in 42 Betrieben rund 800 Personen, die aus konjunkturellen Gründen kurzgearbeitet haben.
Nach ersten Erkenntnissen verliefen die Anzeigen für Kurzarbeit auch im Februar 2009 auf hohem Niveau. Bis zum 24. Februar (also an den ersten 17 von insgesamt 20 Arbeitstagen) wurden 54 Anzeigen für Kurzarbeit erfasst, mit rund 1.900 Personen. Die Statistikzahlen zu den Anzeigen im Februar werden am 4. März veröffentlicht. Wie hoch die Inanspruchnahme der Kurzarbeit tatsächlich ist, wird sich aber erst in den nächsten Monaten zeigen. Nach den gegenwärtigen Regelungen erstatten Betriebe jeweils nach Ablauf eines Quartals Meldungen über die realisierte Kurzarbeit in den abgelaufenen drei Monaten. Etwa 8 Wochen nach Ablauf des Quartals ist dann die Statistik über Kurzarbeit für die drei Berichtsmonate verfügbar.


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | 26. Februar 2009, 11:05




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