[Agentur für Arbeit]
Arbeitsmarkt nach Bereichen
Das Arbeitsmarktgeschehen im Überblick
Im Zuständigkeitsbereich der Agentur für Arbeit Jena begann das Jahr 2009 mit einem für die Jahreszeit üblichen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Erfreulicherweise blieb die Zahl der Arbeitslosen im Januar 2009 noch unter der Marke von 20.000. Exakt waren zur Monatsmitte 19.885 Männer und Frauen bei der Agentur für Arbeit Jena arbeitslos gemeldet. Dies waren 2.830 Betroffene oder 16,6 Prozent mehr als im Dezember 2008. Die Zunahme war aber stärker als in den Vorjahren (2008: +2.445; 2007: +2.439; 2006: +2.520)
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im letzten Monat ist in erster Linie auf saisonale Faktoren zurückzuführen und durch die strenge Frostperiode mit bestimmt. Die im Vergleich zu den Vorjahren erhöhte Zunahme dürfte aber konjunkturelle Ursachen haben“, so die Einschätzung von Dr. Ulrich Gawellek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Jena zur aktuellen Entwicklung.
Die Zugänge in Arbeitslosigkeit bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres; 5.344 Personen (+27) meldeten sich im Berichtsmonat neu oder erneut arbeitslos. Zu 69 Prozent (Vorjahr 66 Prozent) erfolgten die Meldungen nach Beendigung von Beschäftigungsverhältnissen. Das Ende der Arbeitslosigkeit zeigten 2.630 Personen an (Vorjahr 2.990), wobei der Rückgang vorrangig aus weniger Abmeldungen in Erwerbstätigkeit (1.006 / Vorjahr 1.272) resultiert.
Mit Blick auf die kommenden Monate konstatiert Dr. Gawellek: „Die Finanzkrise ist am Arbeitsmarkt angekommen. Die Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit halten sich aber noch in Grenzen. In den kommenden Monaten kommt es darauf an, dass alle Arbeitsmarktakteure ihre ganze Kraft auf die Vermeidung von Arbeitslosigkeit, d. h. auf die Aufrechteerhaltung der bestehenden Arbeitsverhältnisse ausrichten.“
Die Arbeitslosenquote, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, erhöhte sich gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 11,9 Prozent gelegen.
Obwohl der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Dezember höher ausfiel als vor einem Jahr (Vorjahr: +2.445 oder +12,5 Prozent), waren noch immer 2.098 Menschen oder 9,5 Prozent weniger von Arbeitslosigkeit betroffen als im Januar 2008. Lediglich im Januar 1991 wurden weniger Arbeitslose gezählt.
Die differenzierte Betrachtung nach Rechtskreisen zeigt, dass sich zwei Drittel der Zunahme im Rechtskreis SGB III niedergeschlagen haben. Die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III stieg im Berichtsmonat um 27,2 Prozent. Im beschäftigungsferneren Rechtskreis SGB II nahm sie um 9,5 Prozent zu, wobei dies vorrangig auf beendete Arbeitsgelegenheiten zurückzuführen ist.
Der Vergleich mit dem Vorjahresstand fällt in beiden Rechtskreisen weiterhin positiv aus – reduzierte sich allerdings im SGB III-Bereich auf -1,7 Prozent und im SGB II-Bereich auf
-14,8 Prozent.
Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb auf dem Niveau des Vormonats. Im Berichtszeitraum wurden 484 ungeförderten Stellenangeboten (ohne optierende Kommune) aufgenommen, 14 weniger als im Dezember. Zum Vorjahr waren dies 106 weniger.
Der Bedarf an Fachkräften hielt weiterhin an. Vor allem wurden examiniertes Pflegepersonal, Fachärzte, Lehrer/Dozenten, Sozialpädagogen, Ingenieure, Softwareentwickler, Programmierer, Konstrukteure und Fachkräfte des verarbeitenden Gewerbes gesucht.
Die Chancen für Hilfskräfte haben sich besonders im produzierenden Bereich verringert.
Betrachtung ausgewählter Personengruppen.
Durch die jahreszeitlich üblichen Entlassungen aus den witterungsabhängigen Branchen, in denen vorrangig Männer beschäftigt sind, lag der Schwerpunkt der Zunahme der Arbeitslosigkeit bei dieser Personengruppe. So erhöhte sich die Zahl der arbeitslosen Männer um 23,4 Prozent, während die der Frauen nur um 9,6 Prozent zunahm.
Auch die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren hat erneut zugenommen. Mitte Januar waren 1.957 Personen dieser Altergruppe von Arbeitslosigkeit betroffen. Das waren 13,8 Prozent mehr als im Dezember, aber 9,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anstieg konzentriert sich dabei fast ausschließlich auf die 20- bis unter 25jährigen.
Vorrangig durch den Wegfall der Bezugsmöglichkeit von Arbeitslosengeld unter erleichterten Voraussetzungen (§ 428 SGB III) stieg die Arbeitslosigkeit der Älteren ab 55 Jahren seit September kontinuierlich an. Im Berichtsmonat wurden mit 3.454 betroffenen Männern und Frauen dieser Altersgruppe 15,8 Prozent mehr als im Dezember und 17,0 Prozent mehr als im Januar 2008 registriert.
Nach Regionen und Rechtskreisen
In allen Geschäftsstellen des Arbeitsagenturbezirkes war gegenüber dem Dezember eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Der prozentuale Anstieg bewegte sich dabei zwischen 12,3 im Bereich der Hauptagentur Jena und 23,9 in der Geschäftsstelle Pößneck.
Mit Ausnahme der Hauptagentur Jena verringerten sich die Vorjahresabstände in alle Geschäftsstellen. Die Spannbreite lag zwischen -2,8 Prozent in der Geschäftsstelle Stadtroda und -12,3 Prozent im Bezirk der Geschäftsstelle Rudolstadt.
Die Arbeitslosenquote blieb nur im Bereich der Hauptagentur Jena mit 9,2 Prozent im einstelligen Bereich. Der ungünstigste Wert wurde mit 12,6 Prozent für die Geschäftstelle Pößneck ermittelt.
Äquivalent verlief die Entwicklung in den politischen Kreisen. In allen Regionen ergab der Vergleich mit dem Vormonat einen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Dieser fiel besonders deutlich mit +28,9 Prozent im Saale-Orla-Kreis² und am geringsten mit +11,6 Prozent in der Stadt Jena aus.
Die günstigste Arbeitslosenquote blieb bei der Stadt Jena mit 9,0 Prozent. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt verbuchte mit 11,6 Prozent wiederum die höchste Quote.
Nach Rechtskreisen betrachtet werden aktuell 43,7 Prozent aller Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III und damit ausschließlich von der Agentur für Arbeit betreut. Auf Grund der verstärkten Zugänge nach Erwerbstätigkeit hat sich dieser Anteil zum Vormonat (40,1 Prozent) erneut leicht erhöht.
Damit entfallen 56,3 Prozent aller Arbeitslosen auf den SGB II-Bereich, für den die ARGEn bzw. die Optionskommune Jena Verantwortung tragen.
In beiden Rechtskreisen war im Vormonatsvergleich eine Zunahme der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.
Zwei Drittel des Anstiegs entfielen auf den SGB III-Bereich. Hier wurden im Januar 8.693 Arbeitslose gezählt und damit 1.860 oder 27,2 Prozent mehr als 4 Wochen zuvor. Verglichen mit dem Vorjahr waren dies noch 148 oder 1,7 Prozent Betroffene weniger.
Im Rechtskreis des SGB II erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen im Berichtszeitraum um 970 oder 9,5 Prozent auf nunmehr 11.192. Gegenüber dem Vorjahr waren dies aber 1.950 oder 14,8 Prozent weniger.
Bestand an Arbeitslosen nach Rechtskreisen – Januar 2009
Kurzarbeit und Qualifizierung
Der große Beratungsbedarf zum Thema „Kurzarbeitergeld“ in den letzen Wochen ist ein deutliches Indiz, das die angespannte konjunkturelle Situation sich zunehmend auf die Auftragslage in vielen Unternehmen auswirkt – die Arbeitgeber aber auch an Alternativen interessiert sind, um Entlassungen zu vermeiden. Im Dezember 2008 wurde der Agentur für Arbeit Jena für 1.951 Personen (zum Vorjahresmonat +546 oder +38,9 Prozent) Kurzarbeit angezeigt.
Mit den Konjunkturprogrammen der Bundesregierung haben die Instrumente Kurzarbeit und Qualifizierung während Kurzarbeit zur Unterstützung der Beschäftigungssicherung eine deutliche Aufwertung erfahren. Schwerpunkte sind dabei
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