[TuS Jena]
Deutlich anzumerken war allen Spielern der Wiedergutmachungswille nach der unnötigen, aber verdienten Hinspielniederlage gegen den Frankfurter Vorortclub. Nach einer foulintensiven Anfangsphase versuchten beide Mannschaften zunächst, über ihre Leistungsträger ins Spiel zu finden. Yannick Schicktanz von den Gästen sorgte einmal mehr durch atemberaubende Geschwindigkeit und ein gutes Auge für Aufmerksamkeit, arrangierte dabei aber unfreiwillig zum Alleinunterhalter Kronbergs.
Wesentlich unscheinbarer zeigten sich bzw. zeigten sich eben nicht seine Teamkollegen mit Ausnahme von Roman Moschny, der im Kronberger Angriff wie erwartet die einzige dauerhafte Alternative zu Schicktanz war. Dank dieser beiden Individualisten konnten die Gäste das Anfangsviertel auch ausgeglichen gestalten (18:18), ehe sich Jena im darauffolgenden Spielabschnitt deutlich absetzen konnte; denn die Heimmannschaft verstand es besser, durch die Betonung auf Mannschaft den Gegner vor schier unüberwindbare Hindernisse zu stellen. Mit lediglich vier ernstzunehmenden Spielern im Angriff fehlten diesem schlicht die Optionen im Angriff. Ganz anders die Funkwerker: Hier konnten alle Spieler Punkte auf ihr Konto gutschreiben, einen merklichen Bruch gab es durch Auswechslungen auch nicht – obwohl nur zwei Spieler weniger als zehn Minuten spielten. Vor allem Diego Weber erarbeitete sich in nur 15 Minuten mit starken 11 Rebounds die bisher beste Saisonleistung und wurde seiner Rolle als Energizer von der Bank mehr als gerecht. Aber nicht nur durch ihn – durch zutun aller Jenaer Spieler erzielten die Funkwerk Junior Baskets hervorragende 31 Punkte im zweiten Viertel – ganze 13 mehr als die Gäste. Deren Moral schien nach dem Offensivfeuerwerk aus allen Winkeln schneller als erwartet gebrochen und auch ihr Trainer Miljenko Crnjac erweckte schon vor der Pause nicht mehr den Eindruck, an einen Sieg zu glauben.
Nach dem Seitenwechsel stemmten sich die Kronberger Moschny und Johannes Schulz nochmal gegen die drohende Niederlage, doch vor allem die beiden Guards Gregor Blossey und Robert Zimmermann von Science City Jena hatten hier gehörige Einwände und ließen durch eiskalt ausgespielte Punkte keine Zweifel daran aufkommen, dass in der Halle des Sportgymnasiums keine Punkte zu holen sind. Dank nochmals gesteigerter Intensität in der gefürchteten „Verteidigung nach Jenaer Machart“ wurde die Punktausbeute der Gastmannschaft auf 12 Punkte gedrückt, bevor es mit dem verdienten 71:48 Zwischenstand ins finale Viertel ging. In diesem ließen beide Trainer zum größten Teil alle Spieler durchrotieren. Nach einem erneut harten Foulspiel an Benjamin Dahnke blieb den rund 200 Zuschauern in dieser Phase ein spektakuläres Dunking allerdings verwehrt. In bisweilen wild anmutender Verzweiflung versuchten gerade die Centerspieler der Kronberger durch Dreipunktewürfe den Rückstand zu verkürzen, doch gerade einmal 2 Treffer aus 24 Versuchen waren an diesem Nachmittag in der NBBL nicht wettbewerbsfähig. Ganz nach Plan der Funkwerk-Coachingcrew konnte man hier passiver verteidigen als man es von Jena wahrscheinlich gewohnt ist, der Zug zum Korb konnte dadurch umso konsequenter erschwert werden. Die Diskrepanz zwischen den Wurfquoten beider Teams – 52% zu 37% – war schließlich auch ausschlaggebend für den deutlichen Spielausgang. Bei etwa gleicher Anzahl an Wurfversuchen ergaben sich daraus auch die stolzen 24 Punkte Unterschied zum Schluss. Gestärkt durch den zweiten deutlichen Erfolg hintereinander können die Funkwerk Junior Baskets umso selbstbewusster in die nächste Revanche gegen die Eintracht Frankfurt gehen: Am 25. Januar ab 13 Uhr soll einmal mehr die Heimstärke unter Beweis gestellt werden!
Für Jena spielten: Robert Zimmermann (14), Gregor Blossey (14; 5Reb; 5Ass), Diego Weber (9; 11Reb), Danny Kurban (11), Jacob Reichel (3), Paul Münsinger (14; 10Reb), Felix Tölle (8), Benjamin Dahnke (1), Alexander Staupendahl (2), Christian von Fintel (8; 7Reb) und Georg Glück (2).
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