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Arbeitsmarkt Jena - Noch keine nennenswerten Einbrüche

[Agentur für Arbeit]

Arbeitsmarkt nach Bereichen:
nach Regionen betrachtet:

nach Rechtskreisen betrachtet:

Das Arbeitsmarktgeschehen im Überblick
Der Arbeitsmarkt im Arbeitsagenturbezirk Jena zeigte sich im November gegenüber dem Vormonat zahlenmäßig nahezu unverändert. Insgesamt waren 16.049 Männer und Frauen von Arbeitslosigkeit betroffen, 28 mehr als im Oktober. Allerdings wurde damit der seit Februar 2008 anhaltende Rückgang der Arbeitslosigkeit zunächst gestoppt.
Im Vergleich zum Vorjahr waren 2.940 Personen oder 15,5 Prozent weniger ohne Arbeit. Der Vorjahresabstand hat sich damit weiter verringert (Oktober 2008: -17,0 Prozent).
„Noch schlägt sich der konjunkturelle Abschwung in der monatlichen Arbeitsmarktstatistik kaum nieder. Nennenswerte Einbrüche konnten wir noch nicht verzeichnen. Auch der befürchtete Anstieg der Arbeitslosigkeit im Baugewerbe ist ausgeblieben, nicht zuletzt durch die milde Witterung bis Monatsmitte“, erläutert Alexander Kötschau, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Jena, beim Blick auf die aktuellen Zahlen. „Allerdings mehren sich die Zeichen, die auf einen Wendepunkt am Arbeitsmarkt hindeuten. Dies drückt sich zum einen in einem steigenden Beratungsbedarf der Unternehmen zur Kurzarbeit und zum anderen in einer Abschwächung der Kräftenachfrage aus – hier vor allem im bei den Zeitarbeitsunternehmen.“ Kötschau weist darauf hin, dass die Auftragsbücher vieler Unternehmen noch gut gefüllt sind. Zudem würden bei Auftragsengpässen meist erst die Arbeitszeitkonten und Überstunden sowie restlicher Urlaub der Mitarbeiter abgebaut. „Die verstärkten Anfragen zu den Möglichkeiten der Kurzarbeit belegen zudem, dass sich die Arbeitgeber angesichts der demografischen Entwicklung nicht mehr so schnell von ihren eingearbeiteten Fachkräften trennen wollen“, so Kötschau.

Die Arbeitslosenquote – berechnet auf der Basis aller zivilen Erwerbspersonen stieg angesichts der kaum veränderten Situation nur unwesentlich von 8,6 Prozent im Oktober auf nunmehr 8,7 Prozent. Vor einem Jahr lag sie noch bei 10,2 Prozent.
Betrachtet man die Statistiken differenzierter, werden erste konkrete Auswirkungen der Finanzkrise auf den Arbeitsmarkt erkennbar. So ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III – hier schlagen sich Entlassungen und das Auslaufen von Zeitverträgen direkt nieder – in den vergangenen vier Wochen um 2,7 Prozent gestiegen. Im beschäftigungsferneren Rechtskreis SGB II ist sie dagegen um 1,4 Prozent gesunken.
Der Vergleich mit dem Vorjahresstand fällt in beiden Rechtskreisen zwar weiter positiv aus, allerdings schmilzt der Abstand im SGB III-Bereich weiter ab, während er im SGB II-Bereich stabil bleibt.
Ungeachtet der negativen Vorzeichen sind die Vergleiche mit den Vorjahren nach wie vor beeindruckend. So konnte die Arbeitslosigkeit gegenüber dem November 2005 um knapp 42 Prozent abgebaut werden. Insgesamt betrachtet wurde der niedrigste Arbeitslosenbestand in einem Monat November seit der statistischen Erfassung überhaupt erreicht.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hatte sich bereits im Oktober abgeschwächt und ging im November weiter zurück. Insgesamt 466 ungeförderte Stellenangebote (ohne optierende Kommune) wurden der Agentur für Arbeit von den Betrieben und Verwaltungen gemeldet. Das waren 136 weniger als im Oktober und 105 weniger als im vergangenen Jahr.
Hauptsächlich hat sich der Bedarf an Hilfskräften spürbar verringert. Deutlich wurde dies vor allem im verarbeitenden Gewerbe – hier hauptsächlich in der Metallbe- und Metallverarbeitung sowie in der Elektroindustrie (Schwerpunkt Zulieferbetriebe für die Automobilhersteller). Der Bedarf an Fachkräften hielt aber unvermindert an. Vor allem wurden Altenpfleger, Fachärzte, Sozialpädagogen, Biologen, wissenschaftliche Mitarbeiter, Softwareentwickler, Produktionsleiter/-ingenieure und Fachkräfte im Metall- und Elektrobereich sowie im öffentlichen Dienst gesucht.

Kötschau: „Ungeachtet der konjunkturellen Abkühlung wird der Bedarf an Fachkräften anhalten. Verantwortlich dafür sind der Trend zur Informations- und Wissensgesellschaft und der demographische Wandel. Das heißt, auch der Wettkampf um die klugen Köpfe wird zunehmen. Vor diesem Hintergrund wird der beruflichen Weiterbildung in Zukunft eine sehr viel größere Bedeutung beizumessen sein als bisher.“

Betrachtung ausgewählter Personengruppen
Die Zahl der jüngeren Arbeitslosen unter 25 Jahren konnte zum Vormonat weiter gesenkt werden. Mitte November waren 1.680 Personen in diesem Alter von Arbeitslosigkeit betroffen, 86 oder 4,9 Prozent weniger als im Oktober und 336 oder 16,7 Prozent weniger als im Vorjahr. Seit August – dem Monat mit der höchsten Sommerarbeitslosigkeit bei dieser Personengruppe – verringerte sich damit die Arbeitslosigkeit der Jüngeren unter 25 Jahren um 602 Personen oder 26,4 Prozent.

Vorrangig durch den Wegfall der Bezugsmöglichkeit von Arbeitslosengeld unter erleichterten Voraussetzungen (§ 428 SGB III) stieg die Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 55 Jahren weiter an. Insgesamt waren 2.840 Männer und Frauen dieser Altersgruppe von Arbeitslosigkeit betroffen, 52 oder 1,9 Prozent mehr als im Oktober und 244 oder 9,4 Prozent mehr als im November 2007.

Nach Regionen und Rechtskreisen
Nach Geschäftsstellen betrachtet ergab der Vormonatsvergleich schwerpunktmäßig folgende Auffälligkeiten:
Während sich die Arbeitslosigkeit in den Geschäftsstellenbezirken Eisenberg, Saalfeld und Stadtroda nochmals verringerte, war in der Hauptagentur Jena sowie in den Regionen Pößneck und Rudolstadt ein leichter Anstieg zu verzeichnen.
Die niedrigste Arbeitslosenquote wurde mit 7,6 Prozent in der Geschäftsstelle Stadtroda ermittelt, gefolgt von der Hauptagentur Jena mit 8,0 Prozent.
Der ungünstigste Wert verblieb zwar mit 10,3 Prozent in der Geschäftstelle Rudolstadt. Dennoch weist die Region im Vorjahresvergleich mit -2,0 Prozentpunkten nach der Geschäftsstelle Pößneck (-2,3 Prozentpunkte) die größte Verbesserung auf.

In den politischen Kreise gestaltete sich die Entwicklung wie folgt:
Im Saale-Holzland-Kreis war die Arbeitslosigkeit nochmals leicht rückläufig, während sie sich in der kreisfreien Stadt Jena und dem Landkreis Saalfeld-Rudolstadt nahezu unverändert zeigte. Demgegenüber war im Saale-Orla-Kreis ein Anstieg um 4,4 Prozent zu verzeichnen.
Die günstigste Arbeitslosenquoten verzeichneten die Stadt Jena und der Saale-Holzland-Kreis mit jeweils mit 8,0 Prozent. Der Landkreis Saalfeld-Rudolstadt wies mit 9,3 Prozent zwar die höchste Quote auf, diese stellt aber im Vorjahresvergleich nach wie vor die deutlichste Verbesserung dar (-1,7 Prozentpunkte).

Nach Rechtskreisen betrachtet war eine unterschiedliche Entwicklung zu vermerken:
Als Folge von Kündigungen und dem Auslaufen befristeter Verträge ist die Zahl der Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III – das ist die Zuständigkeit der Agentur für Arbeit – in den vergangenen vier Wochen um 163 oder 2,7 Prozent auf aktuell 6.268 Betroffene gestiegen. Dadurch hat sich der Abstand zum Vorjahresniveau deutlich verringert (von -12,5 Prozent im Oktober auf nunmehr -7,8 Prozent).
Im Rechtskreis SGB II – das ist der Zuständigkeitsbereich der Arbeitsgemeinschaften (ARGEn) sowie der optierenden Kommune Jena – reagiert die Arbeitslosigkeit auf die konjunkturellen Veränderungen dagegen wesentlich geringer. Der Abstand zum Beschäftigungssystem ist hier überwiegend größer als bei der Arbeitslosenversicherung, weil viele betroffene Menschen oft seit Jahren nicht mehr ständig beschäftigt waren. In diesem Bereich hat sich die Zahl der Arbeitslosen von Oktober auf November um 135 oder 1,4 Prozent auf aktuell 9.781 verringert und lag um 19,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau.


Kommentieren (0 vorhanden) | Lesezeichen | 27. November 2008, 11:11




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